Marktbreite ist da - alles Gute bereits geschehen
t-Bills & Chill
“The stock market will do whatever it has to do to embarrass the greatest number of people to the greatest extent possible” (Walter Deemer)
Ich kann gar nicht schnell genug schreiben, um mit den rasanten Veränderungen des Marktes Schritt zu halten, der ein Extrem nach dem anderen durchläuft.
Erst gestern habe ich auf X (früher Twitter) gepostet, dass mittlerweile alle Zaubertricks des Marktes enthüllt wurden
Seit der letzten Ankündigung über die vierteljährliche Schuldenaufnahme (Quarterly Refunding Announcement) des US-Finanzministeriums und dem letzten Treffen der Federal Reserve, bei dem über eine Reduzierung der quantitativen Lockerungen (QT Tapering) diskutiert wurde, lautet das klare Ergebnis, dass die Liquiditätsbedingungen positiv sind. Diese günstigen Bedingungen haben nun endgültig alle Marktbereiche erreicht und die Marktbreite hat sich immens verbessert.
Im Blogpost vom 11. Juli schlussfolgerte ich, dass die Abkühlung der Wirtschaft ein Szenario eines sanften Aufpralls (Soft Landing) ermöglichen könnte, von dem insbesondere Nebenwerte und weniger beliebte Aktien profitieren würden:
Es scheint nun, dass bereits alles Gute eingetreten ist, das hätte passieren können. Das Risiko-Ertrags-Verhältnis hat sich in kürzester Zeit zum Negativen gewandelt.
Die Einpreisung von mittlerweile fast drei Zinskürzungen birgt erhebliches Enttäuschungspotenzial. Es gibt nicht viele Szenarien, die sich nun entfalten könnten: Entweder kühlt die Wirtschaft deutlich stärker ab als bisher angenommen – was gut für Anleihen, aber schlecht für Aktien wäre – oder die Abkühlung war nur von kurzer Dauer. In diesem Fall würden Zinskürzungen revidiert und verschoben werden. Die aktuellen Einzelhandelsumsätze deuten darauf hin, dass die Konsumenten wieder an Dynamik gewinnen, was die Schätzungen des BIP direkt angehoben hat.
Die Bewegungen der letzten Tage waren alles andere als normal:
Die Bewegung des Russell 2000 im Verhältnis zum S&P 500 war eine 6-Sigma-Bewegung – eine Chance von 1 zu 500 Millionen
Eine Gedenksekunde für alle Verkäufer von Strangle- und Straddle-Optionsstrategien auf den Russell 2000. Ohne adäquates Risikomanagement stellen nun einige ihr „regelmäßiges Einkommen“ ernsthaft in Frage.
Der Russell 2000 war am 16.07 ganze 4,4 Standardabweichungen von seinem 50-Tage-Durchschnitt entfernt – ein in der Geschichte der Wall Street noch nie dagewesenes Ereignis.
Bemerkenswert ist auch der 10% Anstieg (+ jeder Tag davon mindestens +1%) im Russell 2000 innerhalb von nur vier Tagen, die zuvor nur an zwei anderen Tagen verzeichnet wurden: am 29.04.2020 und am 26.11.2008.
In diesem Zeitraum hat Big Tech fast 350 Milliarden an Marktwert verloren, während der gesamte Russell 2000 um 324 Milliarden zugelegt hat – ein Nullsummenspiel.
Seit gestern habe ich mein Risiko reduziert und Gewinne realisiert. Nach einem erfolgreichen Lauf in den letzten 6-7 Monaten gibt es keinen Grund, mit einem Anteil nicht eine Zeit lang in T-Bills zu verweilen, die derzeit eine Rendite von 5,33% p.a. bieten, und auf das nächste günstige Risiko/Gewinn-Verhältnis zu warten (die in diesem Marktumfeld schneller kommen können, als man denkt). Gestern endete auch die historisch gesehen saisonal beste 'Halbmonats'-Phase im S&P 500.
Interessant ist auch das sehr niedrige Beta (Schwankungsbreite) des VIX im Vergleich zum S&P 500, welches sich aktuell auf dem niedrigsten Stand seit 1995 befindet! Historisch gesehen sind die erwartbaren zukünftigen Renditen von diesem Punkt an entweder unverändert oder schwach.
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